Unser Semesterthema Herbst/Winter 2021/2022 Naturwissen


Das neue Programmheft liegt in den Räumen von Banken, der Stadtbücherei, vom Naturparkzentrum, vom Rathaus und in vielen Geschäften sowie in den umliegenden Gemeinden von Murrhardt aus. Bitte beachten Sie: Das Programmheft wird erstmals nicht mehr an alle Haushalte verteilt, damit für alle, die gerne die vhs besuchen, die Kursgebühren moderat bleiben. Es liegt dafür an allen Verteilstellen in erhöhter Stückzahl aus. Falls es je zu Engpässen kommt, freuen wir uns auf Ihren Besuch in der Verwaltung, Obere Schulgasse 7 und über Ihre Info, wo Hefte fehlen. An diesen Ort werden wir dann schnellstens Hefte bringen.

 

"Naturwissen - ohne "schaft" Dabei kann es nur um das allgemeine Wissen um die Natur gehen. Wie groß ist also das Wissen um die Natur?

So liest man in Untersuchungen vom Anfang des 20. Jahrhunderts beispielsweise: "Es ist eine alte Klage, dass unsere Großstadtkinder nur über ein geringes Maß naturwissenschaftlicher Vorstellungen und Kenntnisse verfügen, und sie wird nicht schwinden, sondern größer werden". (Dennert 1910), oder die Klage: „dass es heutzutage noch unzählige Menschen gibt, dir für die Erscheinungen, wie sie sich draußen in der freien Natur in der großartigsten Weise vollziehen, weder Auge noch Ohr, noch überhaupt irgendein Interesse oder eine Empfindung besitzen". (Ploch1914).

Natürlich kann man sich über derartige Ergebnisse erheben oder lachen, aber kommt man, wenn es etwas schwieriger wird, nicht sehr schnell auch an seine Wissensgrenzen? Schon bei der Unterscheidung von Gartenvögeln würde mancher Erwachsene scheitern. Ist das nun ein Buchfink oder ein Feldsperling? Ist das eine Goldammer oder eine Heckenbrunelle? Vielleicht hat man manche der Namen noch nie gehört? Einerseits macht es sicherlich Freude dieses Wissen zu besitzen, wozu auch sicherlich Kurse der Volkshochschule beitragen können, andererseits kann man auch recht gut ohne leben.

Anders ist es, wenn das Wissen um die Natur überlebensnotwendig ist. So haben die Bewohner des Amazonasgebiets schon vor mehreren hundert Jahren eine Methode entwickelt, den stets ausgelaugten Urwaldboden fruchtbar zu machen, indem sie die sogenannte „terra preta“ entwickelten. Dieser Boden besteht aus einer Mischung vonHolz-undPflanzenkohle, menschlichen Fäkalien,DungundKompost, durchsetzt mitTonscherbenundgelegentlich auch Knochen sowie Fischgräten.Dies wurde in einem jahrhundertelangen Prozess geschaffen und intensiv genutzt. Daraus lässt sich vermuten, dass das Amazonasbecken einst fünf bis zehn Millionen Menschen beherbergt haben könnte. Aber auch die Inuit in den arktischen Regionen könnten kaum überleben, ohne ein profundes Wissen über das Leben und Verhalten ihrer Beutetiere. Unser normales, weitgehend städtisches Leben hat sich in hohem Maße von der Natur abgekoppelt. Wann Erdbeeren reif sind, merken wir, wenn sie auf dem Markt angeboten werden. Allerdings sollten auch wir begreifen, dass wir trotz allem Teil der Natur und von ihr abhängig sind. Der Klimawandel führt uns das deutlich vor Augen. Und wir beginnen umzudenken.

Wenn wir uns aber darum kümmern, wenn wir begreifen, dass auch unsere hochtechnisierte Welt von der Natur abhängig ist, dann würden wir auf die Frage: „Wenn du über die Rohstoffe nachdenkst, aus denen Dein Handy gemacht ist: Was meinst Du, wie viel Prozent davon kommen aus der Natur?“ in Zukunft die richtige Antwort erhalten, nämlich 100%. Heute waren nur 8% dieser Meinung." Gekürztes Vorwort von Detlef Neumann

 

 


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